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Sonn- und Feiertagsruhe nicht diskutierbar

Gewerkschaft

Sonn- und Feiertagsruhe nicht diskutierbar

ver.di Nord zu Koalitionsverhandlungen von CDU, Grünen und FDP in Schleswig-Holstein

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) nimmt Signale aus dem Kreis der Koalitionsverhandlungen, die Sonn- und Feiertagsarbeit z. B. durch weitere Öffnungen von Geschäften in Schleswig-Holstein ausweiten zu wollen, zum Anlass, eine deutliche Warnung auszusprechen.

„Der Sonn- und Feiertagsschutz ist verfassungsrechtlich geregelt und stellt ein hohes Gut dar. Sollte eine Ausweitung von Sonntagsöffnungen Thema einer neuen Landesregierung sein, werden wir die juristische Prüfung aller geplanten Öffnungen im Land anstreben und auch die so genannte Bäderregelung auf den juristischen Prüfstand stellen“, kündigt heute die Landesbezirksleiterin von ver.di Nord, Susanne Schöttke, an.

„Jeder, der in den letzten Jahren die Rechtsprechung der höchsten Gerichte zu den Sonntagsöffnungen verfolgt hat, kann deutlich erkennen, wohin die Reise geht. Die Gerichte schränken die politischen Handlungsspielräume ein, weil das Grundgesetz den Sonn- und Feiertagsschutz für die Beschäftigten klar regelt. Die Bäderregelung, die wir als Kompromiss mit den Kirchen getragen haben, geht weit über das hinaus, was in anderen Bundesländern und von Gerichten als Ausnahme akzeptiert wird, damit ist dann Schluss“, so Schöttke weiter.

Nicht nur für die Handelsbeschäftigten, sondern für die gesamte Gesellschaft hat der Ladenschluss die Funktion eines gemeinsamen Zeitankers, der das Leben mit Familie und Freunden ebenso wie ehrenamtliches Engagement einigermaßen ermöglicht. Dies wird umso wichtiger in Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit insbesondere durch die Digitalisierung immer mehr verschwimmen.